Sonntag, 15. Oktober 2017

Im Glashaus - gefangen zwischen Welten - Ein Leben zwischen zwei Kulturen von Devakumaran Manickavasagan (Deva Manick)

(Bildrechte liegen beim Verlag)

Taschenbuch: 195 Seiten
Verlag: Engelsdorfer Verlag
ISBN: 978-3862689200
Preis: 14. 50 Euro (hier kaufen)
Deva Manick


 
Klappentext


„Das Glashaus“ bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil- Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der eigenen Kultur in die andere gestoßen und in ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf.

Devakumaran Manickavasagan, geb. 1987 in Ratingen. Lange Zeit beschäftigte er sich mit dem Wandel verschiedener Kulturen in Deutschland. Dies gelang ihm durch den Austausch mit betroffenen Menschen, begleitet von zahlreichen Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen mit dem Leben zwischen zwei Kulturen. Während der Flüchtlingskrise, die Deutschland im Jahre 2015 heimsuchte, konnte er als Betreuer und späterer Leiter einer Notunterkunft mit seiner tatkräftigen Unterstützung einen wertvollen Beitrag für die neu angekommenen Menschen in Deutschland leisten. Der Autor war lange Jahre im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit aktiv, um seine Forschungen und Beobachtungen, die er persönlich im Glashaus gemacht hat, zu widerlegen.



Meine Rezi


Ich bin der Auffassung es muss immer noch viel mehr Aufklärung geleistet werden, was Flüchtlinge angeht. Nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern auch die Flüchtlinge müssen verstehen, dass sie sich einfügen müssen. Natürlich kann keiner von uns erwarten das sie nach Deutschland können und sofort unsere Sprache beherrschen. Wenn sie flüchten, dann tun sie das aus einem guten Grund und haben nicht die Zeit vorher unsere Sprache zu erlernen. Mal davon abgesehen das ein Flüchtling gar nicht weiß, ob er es bis nach Deutschland schafft. Zu erwarten ein Flüchtling könne nach zwei Wochen unsere Sprache beherrschen, ist in etwa so als würde ich von dir erwarten, das du in zwei Wochen Chinesisch sprechen kannst. ABER und ja es gibt ein „Aber“ ich erwarte natürlich, das jemand, der hier sein weiteres Leben bestreiten will, auch unsere Sprache lernt. Denn auch ich sollte Chinesisch lernen, wenn ich in China leben möchte. Und ich müsste mich in die Gesellschaft einfügen. Natürlich sollten wir auch daran denken, weshalb jemand flieht. Dies tut er sicher nicht, weil der Nachbar einen Apfel in den Garten geworfen hat. Wenn ich manche Kommentare zu Flüchtlingen im Internet lese, schäme ich mich für meine Landsleute. Von Dummheit geprägt schreit einer lauter, als der andere. „Aber der ihre Mudda soll mal erst mal Deutsch sprächen, bevor er in unsern Haus lebt und unsern Arbeit klaut“ ….
Ein kleines Beispiel das hoffentlich verständlich macht, was ich meine. Ich habe lieber zehn Flüchtlinge, wenn ich einen Nazi dafür abschieben kann!!!
Vorausgesetzt ist natürlich, die Flüchtlinge wollen hier leben und integrieren sich. Das ist das Wichtigste. Am meisten leiden die Kinder. Sie leiden darunter zu fliehen, sie leiden darunter, wenn ihre Familien sich nicht integrieren wollen und sie leiden, wenn sie sich integrieren wollen und nicht dürfen. Deshalb muss auch an dieser Front viel mehr getan werden. Die Aufklärung ist es hier mal wieder. Es muss Pflicht sein in jeder Flüchtlingsunterkunft und für den weiteren Weg einen Deutschkurs zu besuchen. Der abgeschlossen wird. Die Kinder müssen in Vereine gesteckt werden, wo sie soziale Kontakte zu anderen Kindern bekommen und unsere Kultur kennenlernen können. Uns geht es hier in Deutschland sehr gut. Niemand muss auf der Straße leben, also habt auch ein bisschen Mitgefühl, wenn es anderen Menschen in anderen Ländern nicht so gut geht, wie uns. Diese Menschen lassen ihre Familien zurück. Der Mann, der flieht, fragt sich ob seine Frau und seine Kinder noch am Leben sind, oder der Krieg sie geholt hat. Der Familie zuhause geht es genauso. Sie fragt sich, ob der Bruder, Vater oder Sohn die Reise überlebt hat. Niemand beschließt mal eben „Ach es ist heute so herrlich, ich kann zwar nicht schwimmen, aber ich reise mal mit 1000 anderen Menschen in einem Boot über das Meer und genieße den Tag“. Denkt doch mal nach.
Das Gesetzte hier eingehalten werden, sollte selbstverständlich sein. Aber da auch wieder, die Aufklärung. Man muss die Flüchtlinge aufklären, was erlaubt ist und was nicht. Nicht alles, was hier verboten oder kriminell ist, ist es in deren Herkunftsland. Frauen müssen wissen, dass sie in diesem Land nicht von ihren Männern abhängig sind, Rechte haben und nicht bei jemandem bleiben müssen, der ihnen nicht gut tut. Es muss hier immer in beide Richtungen gehen.

„Im Glashaus“ ist keine einfache Lektüre. Wie ihr merkt, regt sie zum nachdenken an. Es war sehr interessant zu lesen, doch zwischenzeitlich viel es mir schwer dabei zu bleiben uns musste Sätze mehrmals lesen, da es doch trocken rüber kommt. Als Deva Manick dann von seiner eigenen Geschichte erzählte, war ich wieder voll dabei und begeistert. Doch auch wenn man merkt, dass er viel Herzblut in dieses Buch gesteckt hat und er etwas verändern will (und auch kann) hatte ich das Gefühl, es wiederholte sich vieles. Vorne las ich etwas von der Flucht ins Internet und am Schluss wieder. Ich habe sehr viel Respekt vor dem, was er hier geleistet hat. Er war offen und ehrlich. Schonungslos ehrlich, was seine Familie betrifft. Ich denke das ist alles andere als einfach! Doch dieses Buch landet nicht unbedingt an den richtigen Stellen. Ich denke es gehört in Schulen, in die Flüchtlingsunterkünfte etc. Deva Manick muss an die Orte des Geschehens und ich denke, er ist als Redner und Aufklärer noch besser geeignet. Das, was er schreibt, wird in seinen Lesungen oder bald vielleicht Seminaren ganz anders ankommen. Aus dem Grund hat meine mittlere Bewertung alles andere zu bedeuten, als das ich nicht hinter ihm und seiner Sache stehe, sondern einfach weil mich der Schreibstil nicht packen konnte.


Mein Fazit


Deva Manick schreibt hier über ein sehr wichtiges Thema, das zum nachdenken anregt. Allerdings kann ich ihn mir besser als Aufklärer und Redner vorstellen. Das Buch ist mir etwas zu trocken geschrieben.


Im Glashaus - gefangen zwischen zwei Welten von Deva Manick bekommt von mir

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Dienstag, 10. Oktober 2017

Sind dann mal weg von Simone Veenstra

(Bildrechte liegen beim Verlag)

Klappenbroschur: 400 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453421509
Preis: 9. 99 Euro (hier kaufen)


Klappentext


Das war noch lange nicht alles!

Tina lebt seit Kurzem in der Seniorenresidenz Schwafweide und langweilt sich fast zu Tode. Soll es das schon gewesen sein? Einziger Lichtblick: die Rätselabende mit dem schmucken Kapitän a.D. Ole Erickson, dem Lebemann Paul, der glamourösen Hedi und dem schüchternen Männi. Doch als Ole eines Abends mitten im Rätselraten tot umfällt, ist der Spaß vorbei. Sein letzter Wunsch war es, dass seine Asche im norwegischen Finnfjordvær ins Meer gestreut wird. Tina und ihre Freunde machen sich mit Oles Asche auf den Weg gen Norden und fühlen sich plötzlich wieder ziemlich jung...


Meine Rezi


Ein wunderbarer Roman. Genau so stelle ich mir eine Seniorengang vor. Jeder Charakter ist vertreten. Jeder hat seine liebenswürdigen und nicht so liebenswürdigen Seiten und doch mag man sich einfach so, wie man ist. Denn jeder weiß, wie es ist, anders sein zu wollen oder sich verstellen zu müssen. Ich war von Anfang an Teil dieser tollen Geschichte.
Tina lebt seit Kurzem in Schafweide und möchte nichts mehr, als ganz schnell aus dem Leben zu scheiden. Es hat eine tragische Komik, denn sie wird jedes mal irgendwie davon abgehalten. Ist man auf ihrer Seite ärgert man sich einerseits, dass sie sie nicht einfach in Ruhe lassen und andererseits freut man sich, denn sie wirkt einfach sehr sympathisch. Als Ole ihr begegnet, nimmt er sie kurzerhand mit, um beim Quizabend zu spionieren. Es kommt, wie es kommen musste. Beide werden Teil einer Quizrunde und sind nicht mehr allein. Sie lernen sich kennen und mögen und gewinnen sogar einen Quizabend. Doch direkt danach segnet Ole das zeitliche.
Seine neuen Freunde wollen ihm die letzte Ehre erweisen und freuen sich auf die Meerbestattung, die er sich so gewünscht hat. Oles Sohn Finn hat andere Pläne. Kurz und knackig soll es ablaufen. Einäschern, einmauern und fertig. Doch Finn hat nicht mit den Freunden seines Vaters gerechnet.
Ich möchte hier gar nicht so viel über die Charaktere sagen, denn sie sind wirklich alle toll. Jeder hat seine Aufgabe und alle sind Ole für irgendetwas dankbar. Ich denke, ihr solltet die Persönlichkeiten selber kennenlernen.

Ich war fasziniert und habe viel über das Thema nachgedacht.
Ich bin der Meinung, jeder sollte so bestattet werden, wie er es möchte. Wieso muss alles immer so korrekt ablaufen. Das man seiner Asche nicht in einem Restaurant verstreuen darf, verstehe ich natürlich. Aber wieso ist sonst nicht fast alles erlaubt. Wie kann es sein, dass Menschen darüber entscheiden können, wie ein anderer beerdigt wird, obwohl dieser es sich anders gewünscht hat. Man sollte sich rechtzeitig Gedanken darüber machen, was man selber nach seinem Tod möchte. Ich möchte das von mir alles brauchbare gespendet wird. Haut, Augen, Organe etc. Ich kann nach meinem Tod nichts mehr damit anfangen. Ich möchte verbrannt werden, denn ich finde die Vorstellung schaurig, das meine Hülle verbuddelt irgendwo rumliegt. Ich selber bin auch nicht der Typ für Friedhöfe. Ich würde gerne irgendwo verstreut werden. Aber manche brauchen einen Ort zum trauern, weshalb ich meinen Hinterbliebenen dies natürlich nicht verwehren möchte. Das würde ich für sie tun, denn ich bin nicht da in einem Grab auf dem Friedhof. Ich bin überall, wenn jemand an mich denkt.
Aus diesem Grund stehe ich bei diesem Buch hinter der Seniorengang. Und man merkt das sie alle wieder jünger werden. Es kommt Spannung auf und jeder dieser außergewöhnlichen Menschen hat ein Geheimnis das er mit sich herumträgt.


Mein Fazit


Ein rührender, spannender und Unterhaltsamer Roman über das älter werden und der Erfüllung letzter Wünsche.


Sind dann mal weg von Simone Veenstra bekommt von mir

>>>>> 5 von 5 <<<<< möglichen Herzen

 

Sonntag, 8. Oktober 2017

Ostfriesenkiller

(Bildrechte liegen beim Herausgeber)

Darsteller: Christiane Paul, Christian Erdmann, Barnaby Metschurat, Peter Heinrich Brix, Uwe Bohm
Regisseur: Sven Bohse
Künstler: Florian Schumacher, Daniel Blum, Martin Lehwald
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: PandastormPictures (Edel)
Erscheinungstermin: 22. September 2017
Spieldauer: 89 Minuten
ASIN: B073LGMW6L 
Preis: z. Z. 9. 74 Euro (bei Amazon)
Glücksstern- PR 

 
Inhalt

Eine Serie von Mordfällen erschüttert Ostfriesland. Die mit äußerster Brutalität getöteten Opfer führen Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihre Kollegen Weller und Rupert zum Regenbogenverein, der sich um behinderte Menschen kümmert. Die Nerven der Mitarbeiter liegen blank, als ein weiterer Mord geschieht. Für Ann Kathrin Klaasen wird dieser Fall zu einer großen beruflichen wie menschlichen Bewährungsprobe.

Im düsteren, traumhaft schönen Bildern verfilmt Regisseur Sven Bohse („Ku´damm 56“ ) den Bestseller – Krimi von Klaus – Peter Wolf. In den Hauptrollen brillieren Christiane Paul und Barnaby Metschurat.


Meine Rezi

Den Krimi Ostfriesenkiller von Klaus – Peter Wolf habe ich leider nicht gelesen, weshalb mir der direkte Vergleich zum Buch natürlich fehlt. Der Vorteil dabei war aber auch das ich völlig unvoreingenommen diesen Film genießen konnte. Und das habe ich.
Die erste Mordszene fand ich sehr beeindruckend und realistisch gespielt. Damit hätte ich komischerweise nicht gerechnet, da ich solche Szenen schon deutlich schlechter gespielt gesehen habe.

Die Schauspieler haben hier wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Manche waren einem auf Anhieb sympathisch und andere konnte man einfach nicht liebgewinnen. Eine besonders gute Schauspielerische Leistung empfand ich bei Sylvia Kleine (gespielt von Svenja Jung). Der Charakter war mir sehr sympathisch, auch wenn man Mitleid mit dem Mädchen hatte. Sie war ein Mensch, der einfach nur die Liebe suchte und ständig ausgenutzt wurde. Und doch durfte man sie nicht unterschätzen. 
 
Auch der Charakter von Ann Kathrin Klaasen gefiel mir. Sie hatte nicht nur einen schwierigen Job, indem sie es allen beweisen musste und nicht immer ernst genommen wurde, sondern auch Privat gibt es einige Probleme. Ihr Mann hat eine Affäre und Ann Kathrin steht vor den Scherben ihrer Ehe. Allerdings wunderte mich dies nicht besonders. Sie ist Hauptkommissarin und er Psychologe. Der eine Analysiert und die andere deckt Fälle auf. Entdeckt man da in einer Beziehung nicht von beiden Seiten immer irgendwelche Probleme, die vielleicht sogar gar nicht da sind? Ich kann mir diese Konstellation nur sehr schwer vorstellen.

Ab dem Anfang des Films habe ich mit geraten, wer hier der Mörder sein könnte und aus welchen Gründen. Nicht immer sind diese in den Filmen nachvollziehbar. Hier war für mich die Sache aber recht schnell klar warum gemordet wurde und ab der Mitte des Films hatte ich einen Verdacht, wer der Mörder sein könnte. So ganz recht hatte ich allerdings nicht.
Das Hauptmenü der DVD ist recht schlicht gehalten und reicht vollkommen aus. Man hat die Einstellungen, in denen man die Sprache und den Untertitel für Hörgeschädigte wählen kann. Dann das Extra, was nur aus dem viel zu langen Trailer besteht und den Film.
Ich fühlte mich bei diesem Krimi sehr gut unterhalten und freue mich ihn gesehen zu haben.



Mein Fazit

Ein Film über das ausnutzen Hilfloser Menschen, wie es sicher nicht nur in diesem Film passiert.

Ostfriesenkiller bekommt von mir

>>>>> 4 von 5 <<<<< möglichen Herzen